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Tantra
[skrt. "Gewebe", "Zusammenhang", "Kontinuum"]

Neben dem Veda, den Upanishaden, den Puranas und der Bhagavad-Gita, grundlegende Textsammlung der "Ewigen Religion" (sanatana dharma) des Hinusismus. Thema ist die göttliche Energie und Schöpfungskraft, symbolisiert als Gemahlin LexikonShivas. Als religiöse Bewegung im Buddhismus und Hinduismus läßt sich das T. bis ins 5. Jh. v. Chr. zurückverfolgen.

Die Tantriker sind der Ansicht, daß die gleiche göttliche Kraft wie im LexikonRitual auch in der Seinssphäre wirksam ist. Das Ritual vermag daher sowohl aus dem Wiedergeburtsprozeß ( LexikonReinkarnation) zu erlösen, wie auch das Wohlergehen im täglichen Leben zu bewirken. Die Tantriker sahen in der Sinneswahrnehmung und der Emotion die stärksten menschlichen Bewegkräfte. Daraus entwickeln sie eine Kunst der vollständigen Einbeziehung des einzelnen in den Prozeß des Lebens, sei es auf materieller, spiritueller oder sexueller Ebene.

Der tantrische Buddhismus sieht den Prozeß der Erleuchtung in der sexuellen Vereinigung der männlich-weiblichen Polarität. Man unterscheidet den sogenannten linkshändigen Weg des T., der den Vollzug komplexer Rituale einschließlich des rituellen Sexualakts im Kollektiv mit einbezieht, und den rechtshändigen Weg, bei dem die Praxis auf einer symbolischen und metaphorischen Ebene beschränkt bleibt.



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30.01.99

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