Hauptbereiche der Psi-Forschung

Parapsychologie ist die Wissenschaft, die sich mit den Phänomenen der außersinnlichen Wahrnehmung (Fähigkeiten von Organismen und Menschen, Wahrnehmungen ohne Zuhilfenahme der bekannten Sinnesorgane zu haben) und der Psychokinese (Fähigkeiten von Organismen und Menschen, auf naturwissenschaftlich nicht erklärbare Weise auf die Dinge der materiellen Welt einzuwirken) beschäftigt.
Stanislawa P. und "Ektoplasma"
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Nicola Cutolo beim Heilen in seiner Praxis in Bari
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Das von dem Berliner Philosophen und Psychologen Max Dessoir 1889 vorgeschlagene Wort "Parapsychologie" ist von der griechischen Vorsilbe para = neben abgeleitet und soll zum Ausdruck bringen, daß diese Wissenschaft Vorgänge untersucht, die neben den uns vertrauten, mit den normalen Kategorien unseres Weltverständnisses begreiflichen Phänomenen auftreten. Die von der Parapsychologie untersuchten Erscheinungen werden auch "Psi-Phänomene" genannt und die Forschung "Psi-Forschung". Der Oberbegriff "Psi" ist der 23. Buchstabe des griechischen Alphabets. Dieses Zeichen ist das Logo sowohl von Mysterium Online als auch der Multimedia CD-ROM Mysterium.

Zu den Hauptbereichen der Psi-Forschung zählen:

  • Das Problem, ob Menschen beziehungsweise Organismen Informationen außerhalb der bekannten Sinneswege empfangen können.
    Seit den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts hat sich der Begriff "Außersinnliche Wahrnehmung" (=ASW) als Abkürzung für Wahrnehmung außerhalb der uns bekannten Sinnesorgane eingebürgert. Man unterscheidet drei Formen: Telepathie, früher zu eng als "Gedankenübertragung" bezeichnet, Hellsehen und Präkognition (Vorauserkennen). Der Begriff "Prophetie" wird in der Parapsychologie vermieden, da er eigentlich der Heilsgeschichte angehört. Neuerdings wird im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch der Begriff "Remote Viewing" (Fernwahrnehmung) für Hellsehen und Präkognition verwendet im Sinne von Wahrnehmung von räumlich oder zeitlich fernen Ereignissen.
  • Das Problem, ob Menschen oder allgemein Organismen auf eine physikalisch zur Zeit nicht erklärte Weise auf Dinge der Körperwelt, auf materielle Systeme, einwirken können.
    Man bezeichnet eine solche Einwirkung als "Psychokinese" (früher auch Telekinese) in der Bedeutung von "psychisch ausgelöste Bewegung". Zu diesem Bereich zählt man auch die umstrittenen Materialisationen, die unerklärte Neubildung von Materie in Abhängigkeit von einem sogenannten Medium oder einem Sensitiven - Menschen, die eine besonders ausgeprägte "Psi-Begabung" besitzen.

Im Zuge der Forschung ist es immer deutlicher geworden, daß die Parapsychologie viele Nachbarwissenschaften berührt und ihre Methoden benötigt, wie etwa Physik, Physiologie, Biologie, Chemie. Die moderne Forschung hat deshalb auch eine neue Terminologie eingeführt als neutralere Bezeichnung ihres Gegenstandsbereiches. Das Gesamtgebiet der Psi-Forschung wird neuerdings unter dem Begriff "anomale mentale Phänomene" (AMP) zusammengefaßt, zumal es Anomalien im Bereich mentaler Phänomene umfaßt. Der neue Begriff für die außersinnlichen Wahrnehmung lautet "anomale Erkenntnis" (von engl. anomalous cognition, AC). Da sich die Laborforschung über Psychokinese (PK) weitgehend auf Mikroeffekte in sogenannten stochastischen (zufälligen) Systemen konzentriert, werden für diese Wirkungen zwei Begriffe bevorzugt: "Anomale Störung" (von engl. anomalous perturbation, AP) oder "Geist-Materie Interaktion" (von engl. mind-matter interaction, MMI). Die noch ungeklärte paranormale Wirkung auf Lebewesen, etwa beim Heilen, wird als "direkte mentale Beeinflussung lebender Systeme" (von engl. direct mental influence on living systems, DMILS) bezeichnet.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Parapsychologie seit den 20er Jahren unseres Jahrhunderts unter J. B. Rhine in den USA und später in vielen Teilen der Welt haben die Existenz von außersinnlicher Wahrnehmung und Psychokinese statistisch und in qualitativen Versuchen feststellen können. Da diese Phänomene aber nicht beliebig wiederholbar und leicht störbar sind, sieht sich die Psi-Forschung ständigen Kontroversen ausgesetzt. Die Akzeptierung von Phänomenen wie Zukunftsschau (Präkognition), Gedankenlesen (Telepathie), Außerkörperliche Erfahrungen ("Astralreisen"), Spuk (spontane wiederkehrende Psychokinese) usw. stellt einen bedeutsamen Angriff auf die materialistisch-mechanistische Weltsicht des hergebrachten naturwissenschaftlichen Paradigmas dar.

Eine neue Ausrichtung der Forschung, die sogenannten Transpersonalen Wissenschaften, bedienen sich zunehmend der Ergebnisse parapsychologischer Forschung, um ein neues ganzheitliches und den Materialismus und Mechanismus, sowie die kartesianische Trennung von Geist und Materie überschreitende Paradigma zu unterstützen, während die Wissenschaft des "alten" Paradigmas darauf beharrt, die paranormalen Erscheinungen als Täuschungen, Halluzinationen, Betrug und Irrtum anzusehen. In jüngster Zeit erhielt die Psi-Forschung vor allem von seiten der Quantenphysik bedeutende naturwissenschaftliche Unterstützung. Bestimmte quantenphysikalische Beobachtungen haben zu ersten theoretischen Ansätzen geführt, um einige Psi-Phänomene, speziell aus dem Bereich der Psychokinese, beschreiben zu können.


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