Einbrüche des Außergewöhnlichen

Der levitierende Joseph von Copertino
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Seit der Antike wird von ungewöhnlichen, auch damals umstrittenen Vorgängen berichtet, bei denen Menschen, Informationen von Ereignissen bekamen, die sie nicht über die normalen Sinneswege erhalten haben konnten: Ahnungen, Visionen, Träume, die verborgen Gegenwärtiges und Zukünftiges offenbaren, Erscheinungen, Todesankündigungen, hellsichtige Eindrücke. Es wird auch von Begebenheiten erzählt, wo im Bereich der körperlichen Welt Unbegreifliches geschah: das Verschwinden und Wiederauftauchen von Gegenständen, Spukphänomene oder im Bereich der Heiligenlegende die Levitation (28,6 KByte), Wunderheilungen und anderes.

Die Faszination, die Berichte über solche Ereignisse auslösen, hat sich der Nachwelt in nie abreißender Kette durch die Jahrhunderte erhalten. So berichtet schon der griechische Philosoph Philostratus, daß Apollonius von Tyana bei einer Rede in Ephesus plötzlich in einen Trancezustand verfallen sei und in allen Einzelheiten die Ermordung des römischen Kaisers Domitian, eines gehaßten Tyrannen, schilderte, die sich nach zeitgenössischen Berichten zur selben Zeit zutrug.

Berichte über solche außergewöhnlichen Erlebnisse, die aus allen Schichten der Bevölkerung kommen, werden von parapsychologischen Institutionen systematisch gesammelt. Die häufigste Form außergewöhnlicher Informationsvermittlung wird in Träumen erlebt. Eine große Zahl von Träumen, die mit einem gleichzeitigen oder zurückliegenden Ereignis zu koinzidieren scheinen, sind in den parapsychologischen Instituten archiviert. Eine nicht minder große Zahl von Träumen scheint sich auf Zukünftiges zu beziehen. Solche als "prophetisch" erlebten Träume sind dann auffällig, wenn keine Möglichkeit bestand, das zukünftige Ereignis irgendwie rational zu erschließen. Der "gesunde Menschenverstand" sträubt sich gegen einen solchen "Sprung über die Zeit". Daher müssen diese Berichte, um wirklich zu überzeugen, vor dem Ereignis Zeugen mitgeteilt oder verläßlich notiert worden sein.

Außergewöhnliche Begebenheiten in der Welt der körperlichen Dinge sind wesentlich seltener als die Fälle, in denen Informationen auf unbekanntem Wege vermittelt werden. Manchmal sind diese beiden Kategorien des Paranormalen jedoch miteinander verbunden, wie etwa bei einer "Todesankündigung mit physikalischem Effekt". In vielen Variationen werden außergewöhnliche Phänomene in der materiellen Welt bei sogenannten Spukfällen beobachtet. Sie sind Gegenstand erbitterter Kontroversen, doch besteht innerhalb der internationalen parapsychologischen Forschung kein Zweifel mehr darüber, daß es Spukphänomene gibt. In den meisten Fällen erweisen sie sich als abhängig von jugendlichen Personen. In der Fachsprache werden diese Phänomene als "wiederkehrende spontane Psychokinese" (beziehungsweise mit dem englischen Kürzel "RSPK"= Recurrent Spontaneous Psychokinesis) bezeichnet.

Die Aufgabe der Forschung ist es nachzuweisen, daß spontane Phänomene, wie sie hier beschrieben wurden, nicht auf ungenauer Berichterstattung, Täuschung oder gar Betrug zurückgeführt werden können, sondern daß sie in einen Bereich des "Außergewöhnlichen", der "Anomalien", gehören, die mit den gewohnten Kategorien unseres Weltverständnisses noch nicht erklärt werden können.


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30.01.99

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