Die Fernbeeinflussung biologischer Systeme (
Biokommunikation) kann unterschiedlichste Formen annehmen. Anfänglich wurde versucht, die motorische Aktivität von Säugetieren oder die Orientierung von Fischen zu beeinflussen. Als der Erfolg dieser Experimente deutlich wurde und man die Bedeutung des Effekts für die Frage des anomalen
Heilens erkannte, verlegte man sich zusehends auf die Beeinflussung physiologischer Reaktionen von Menschen.
Die weitaus meisten Untersuchungen dieser Art hat William Braud an der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, durchgeführt. Systematisch hielten er und mehrere andere Experimentatoren Versuchspersonen dazu an, durch einfache mentale Absicht in entfernten Räumen abgeschirmte biologische Systeme zu beeinflussen. Die Zielsysteme umfaßten dabei die physiologischen Parameter von Personen wie Hautleitwiderstand, Herzschlagrate, Blutdruck, Muskeltremor, ideomotorische Bewegungen, aber auch Experimente in vitro, etwa zur Beeinflussung der Hämolyserate roter Blutkörperchen.
Über eine spezielle Apparatur kann fast jeder - ganz ohne
Psi - lernen, bestimmte automatisch ablaufende physiologische Prozesse seines eigenen Körpers zu steuern. Es ist relativ einfach möglich, den Pulsschlag oder die Herzfrequenz zu reduzieren, indem man über Kopfhörer dem Puls bzw. dem Herzschlag lauscht. Ohne großen Aufwand läßt sich auch ein Zustand der
Entspannung hervorrufen, indem man das Auftreten von
Alphawellen im Gehirn über ein spezielles Gerät beobachtet. Man nennt diese Art der Selbstregulation
Biofeedback.
William Braud hat in aufsehenerregenden und eleganten Versuchen gezeigt, daß
Biofeedback-Training nicht auf die Abläufe im eigenen Organismus beschränkt sein muß. Die zu beeinflussende Versuchsperson wurde an ein
Biofeedback-Gerät angeschlossen, das den elektrischen Hautwiderstand registriert - ein Maß, das auch bei einem
Lügendetektor zum Einsatz kommt und Hinweise über den Grad der körperlichen
Entspannung bzw. Erregung vermittelt (
38 KByte). Während der zufällig ausgewählten Experimentalphasen konzentriert sich ein "Beeinflusser" auf die Schreiberausschläge des Verstärkers für die Hautaktivität mit der Absicht, möglichst wenige und geringe Ausschläge zu produzieren, was einem Zustand der
Entspannung entspricht (
27 KByte). So weit gleicht der Versuchsaufbau einer gewöhnlichen Trainingssitzung für
Biofeedback; mit dem kleinen Unterschied, daß der Hautwiderstand einer anderen Person gemessen wurde. Das Experiment gelang:
Biofeedback, das sich auf die Physiologie einer anderen Person bezieht.
An der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, wurden 13 Experimentalserien dieser Art durchgeführt, von denen zwölf in der vorhergesagten Richtung signifikant waren: das Niveau der autonomen physiologischen Aktivität einer Versuchsperson verhielt sich konform zu der Intention eines Beobachters, sie zu erhöhen oder zu senken. Der Effekt ist robust und wiederholbar.
Was taten die "Beeinflusser", um diese Resultate zu erzielen? Es war ihnen freigestellt, wie sie ihre Absicht mental zum Ausdruck bringen würden, doch die Anstrengungen liefen auf drei Strategien hinaus. Entweder versuchten sie sich selbst, je nach experimenteller Fragestellung, zu beruhigen bzw. zu aktivieren, oder sie stellten sich die Versuchsperson in einer entspannten oder aktivierten Situation vor, oder sie konzentrierten sich ausschließlich auf die Zeigerausschläge der Aufzeichnungsgeräte, die sie in die gewünschte Richtung zu lenken trachteten. Keine dieser Strategien erwies sich als besser als die andere. Ein Hinweis auf die häufig gemachte Beobachtung, daß
Psi zielgerichtet und nicht von mentalen Strategien abhängig ist. (
Der Nachweis von Psi-Effekten durch eine Nebelkammer).
Der
Psi-Effekt läßt sich sehr exakt ausrichten. In einigen Fällen konnte ein einzelner Parameter der autonomen Aktivität beeinflußt werden, ohne andere zu tangieren. Natürlich ist es schwer, eine solche Fragestellung an einem Organismus zu prüfen. Die physiologischen Abläufe im Körper zeichnen sich durch einen hohen Grad von gegenseitiger Verknüpfung aus. Die Veränderung eines Parameters führt unweigerlich zur Änderung anderer Einflußgrößen.
Eine weitere Einsicht, die das Team gewann, betrifft den
Biofeedback-Prozeß selbst. Bei der direkten mentalen Beeinflussung scheint Feedback keine Grundvoraussetzung zu sein. Feedback mag hilfreich sein, die Vorstellungsbilder und damit die Intention zu kontrollieren, aber auch ohne Rückmeldung wurden signifikante Resultate erzielt. Das Ergebnis bestätigt die Einsichten, die man bei der Analyse des Remote Viewing-Prozesses (
Fernwahrnehmung) gewonnen hat.
Auszug aus:
Dr. Elmar R. Gruber: "
Die Psi-Protokolle"