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Regina Bollinger
Eine intergalaktische Freundschaft
Spiritueller Roman


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Ausnahmsweise und nur seiner Mutter zuliebe geht Paul eines Sonntags mit ihr in die Kirche. Plötzlich geschieht etwas Unglaubliches - Jesus zwinkert ihm vom Kreuz aus zu.

Kaum hat er sich von dem Schrecken erholt, nimmt Bagor, ein Außerirdischer von den Plejaden, mit ihm Kontakt auf - und eine intergalaktische Freundschaft nimmt ihren Anfang.

Doch bevor Paul die ersten Schritte mit seinem neuen Wissen von den Alcyoniern machen kann, wird er von anderen Außerirdischen entführt ...

Ein Roman, der Science-Fiction und Spiritualität, Love-Story und Komödie miteinander verbindet.

Leseprobe:
Wie es angefangen hat? Meine Güte, ganz unspektakulär. Meine Mutter hatte mich mit ihrer üblichen Jammer-Tour am Telefon bequatscht, dass sie arm, krank und einsam wäre, oder bald sterben würde, und ich schon merken würde, wie sie mir dann fehlt... Nur damit ich sie endlich wieder einmal besuche. Die volle Packung: Gulasch mit Nudeln, Schmutzwäsche mitbringen, die Fotoalben der letzten fünf Jahre ansehen und endlose Geschichten über Leute anhören, die ich nicht oder längst nicht mehr kenne. Dazu noch die Standard-Beschwerde, dass ich endlich heiraten und ihr viele Enkel bescheren sollte. Also genau das, was sich Söhne unter einem entspannten Wochenende vorstellen. Die Krönung war, und das wusste ich vorher schon, am Sonntagmorgen früh aufzustehen und mit Mutter in die Kirche zu gehen. Als hätte ich nicht schon in meiner Kindheit sämtliche Gottesdienste absolviert, die ein Durchschnittsmensch hinter sich zu bringen hatte. Was habe ich auf harten Bänken gesessen, die seidenen Lesezeichen des Gesangbuchs aufgedröselt, sämtliche Biographien aller Texter und Komponisten gelesen und den olivgrün angeschimmelten, überlebens-großen Jesus am Kreuz im Altarraum betrachtet.
In meiner Jugend brauchte ich keine Horrorstreifen, eine Stunde stures Geradeaus-Sehen im Gottesdienst reichte völlig. Ein süßlich grinsender Pfarrer und ein stets eben verstorbener Jesus haben mir ein geradezu körperliches Grundunwohlsein im Zusammenhang mit Kirche beschert. Dort hing er, mit den größten Nägeln aller Zeiten fest gepinnt wie ein ekelhafter Kühlschrankmagnet zur Erinnerung und blutete aus allen historisch belegten Löchern. Wobei mir die Verletzungen durch die Dornenkrone, deren Stacheln nicht unter zehn Zentimeter lang waren, noch am erträglichsten schienen. Und er machte mir klar, dass mein gebrochener kleiner Finger lachhaft war. Schmerz-Jesu-Therapie, mit freundlicher Unterstützung meiner Eltern-Firma. So lange noch ein Kind in Biafra hungerte, hatte ich weiße Bohnen zu essen, oder ich könnte sie höchstpersönlich dort runter tragen. Afrika war 'unten’, und ich stellte mir vor, dass es auf dem Weg dorthin nur bergab ging. Wenn ich nicht aufpasste, würde mich der Schwung am Äquator ins Weltall hinaustragen, mit dem Teller Bohnen in der Hand.
Ich war also verpflichtet, meiner Mutter diese Stunde Selbstaufopferung zu spendieren, um mich wenigstens für ein Jahr wieder davon fernhalten zu können. Sie wollte ihrer Gemeinde, für deren Basare sie grauenhafte Handarbeiten anfertigte, zeigen, dass sie noch die Kontrolle über mich hatte, und ihre Erziehung fruchtbar gewesen war. Für den Höhepunkt hatte ich fälschlicherweise schon gehalten, dass sie mich in eins von Vaters Jacketts steckte, die sie immer noch aufhob, weil sie zu gut für die Altkleidersammlung waren. Wenn meine Bohnen gut genug für Afrika gewesen sind, warum nicht auch die mottenkugelstinkenden Klamotten meines toten Vaters? Das ist der wahre, alltägliche Rassismus. Als vor Jahren - ich steckte gerade im Abitur - eine afrikanische Gemeindedelegation unseren Sprengel besuchte, war Mutter völlig aus dem Häuschen. Sie bestellte ihren eigenen Afrikaner als persönlichen Pensionsgast und betüttelte ihn wie einen Fünfjährigen. Sie erklärte ihm die komplette moderne Welt. Ein besonderes Spektakel war, dass sie ihm die Funktion des Kühlschranks vorführte und ihn die Kälte eines halben Pfundes gekühlter Butter betasten ließ. Ich konnte mich diesem grauenhaften Schauspiel nicht entziehen, weil ich Mutters Simultan-Dolmetscher war. So versuchte ich, wenigstens in der Übersetzung diesem Wahnsinn die Spitzen zu nehmen. Bhoto, so hieß er, lächelte charmant-geduldig, und verwies freundlich auf die Fähigkeit seines Mutterlandes, ebenfalls und schon seit langem, Kühlschränke herzustellen. Als Mutter sich einmal für fünf Minuten ihrer Rundum-Versorgung entziehen musste, weil sie zur Toilette ging, sagte mir Bhoto in geradezu exkolonialer Demut: "Ich bin wie alle Menschen mit Eltern gesegnet und es erfüllte mich mit Freude, als ich endlich erwachsen war, um meine eigenen Wege zu gehen. Es wäre mir ein großes Anliegen, wenn Sie Ihrer Mutter mit dem gebotenen Respekt mitteilen könnten, dass ich nicht hierher gereist bin, um wieder unter elterliche Obhut zu kommen." Als ich das für Mutter, ebenfalls mit Kappung der Spitzenwerte, übersetzte, war sie eingeschnappt. Ich verzichtete auf die Übersetzung ihrer Kommentare. Die konnte Bhoto leicht erraten. Mutter verlieh ihn sehr schnell an eine der Damen aus der Frauenhilfe. Ihre Haltung zu Afrika hat sich seither grundlegend verändert. Im Moment zieht sie einheimische Obdachlose vor, zumindest so lange, bis sie einen kennen lernt.
Insofern war meine seelische Grundverfassung schon am Tiefpunkt, als ich mit zweimal umgeklappten Ärmeln und Mutter in Richtung Kirche zog. Sie zerrte mich in die dritte Reihe, direkt hinter die pubertär unruhigen Konfirmanden, erstens, weil dann jeder uns sehen konnte und zweitens, weil Gott, in seiner Jahrtausende alten Schwerhörigkeit, dort Mutters Gebete besser verstehen könnte. Gott ist in der Kirche immer mehr vorne als hinten. Den Organisten hinten oben dürfte er also nie erreicht haben. Das ist bestimmt der Grund für den Niedergang der modernen Kirchenmusik oder die Quälereien, denen wir durch Kirchenmusiker ausgesetzt sind. Der Pfarrer meiner Jugend war längst im Ruhestand, aber er hatte dafür gesorgt, dass ein jüngerer Klon seiner selbst diesen Posten übernommen hatte.
Und dann passierte es. Mitten in der Predigt: Der verwesende Jesus am Kreuz zwinkerte mir zu! Ich schob es auf Übermüdung und die Verdauungsprobleme bei gutbürgerlichem Essen, betrachtete fünf Minuten lang den digitalen Sekundenüberfluss meiner Armbanduhr und hob dann wieder den Blick zum freudigen Sterbenssymbol der Christenheit. Er tat es schon wieder! "Mutter, fällt dir an dem Jesus dort was auf?" flüsterte ich. "Scht," war die Antwort und sie klebte weiterhin ihren Blick auf den Pfarrer, der gerade am Ufer der Aufzählungsverliebtheit gestrandet war: "...Großes und Kleines, Schwaches und Starkes, Gerettetes und Verlorenes...". Jesus zwinkerte weiter und gestattete sich sogar ein verwegenes Grinsen. Ich war fertig. Entweder war das ein Wunder, und ich hatte die Gelegenheit, aus dieser Kirche einen Wallfahrtsort zu machen, mich selbst in eine Anstalt einzuweisen oder aufgrund eines mystischen Erlebnisses, erleuchteter Eremit oder Guru zu werden.
Nach dem Gottesdienst verzogen sich die Besucher ins Gemeindehaus zum üblichen Kaffee. Ich gab vor, noch einen Moment in der Kirche allein sein zu wollen, was meiner Mutter ein Leuchten ins Gesicht zauberte. Ich stellte mich auf die Stufen vor den Altarraum, hob meinen Blick zum mittlerweile wieder statischen Kruzifix und sagte halblaut: "Was soll das?" Prompt erklang die Antwort vom Kreuz: "Eine echt überzeugende Art, deine Aufmerksamkeit zu erregen, was?" Ich erstarrte und fragte fast ängstlich: "Jesus?" "Der hat was, nicht wahr? Und diese Supershow spielt seit Ewigkeiten Tantiemen ein. Im Ernst, der hat euch was voraus." "Er hatte." Ich hatte mich wieder etwas gefasst und sagte: "Lenk nicht vom Thema ab. Wo und wer bist du?" "Noch ein kleiner Exkurs, bitte: Er hat, und zwar immer noch. Aber davon vielleicht später. Ich bin hier. Im Moment bediene ich mich dieser Atomansammlung, die du als frommes Kunstwerk wahrnimmst." "Ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen, dass das hier jeder Naturwissenschaft, physikalischer Wahrscheinlichkeit und menschlicher Erfahrung spottet: Warum benutzt du nicht deine eigenen Atome?" "Mach ich doch. Ich metamorphe nur ein bisschen. So was können bei uns schon die Kinder oder das, was ihr Kinder nennen würdet." "Bei euch? Was soll das heißen?" "Ich bin Plejadier. Na ja, wobei das Thema Ich’ schon wieder einen Exkurs wert wäre ..." "Nix da mit Exkursen. Wir bleiben jetzt erst einmal bei diesem Plejadenzeug." "Nix da mit Plejadenzeug, um es mit deinen Worten zu sagen. Hast du denn nicht die geringste Ahnung von Astronomie? Ich komme von den Plejaden, eine offene Sterngruppe im Sternbild des Stiers, die immer wieder Entzückensschreie auslöst, weil sie so niedlich beieinander zu stehen scheinen. Etwa 400 Lichtjahre von euch entfernt. Ihr betrachtet also gerade unseren Status von etwa 1630 Anno Domini. Aber das macht nichts. Wir waren damals schon klasse. Ach, damals, Zeit, das wäre auch ein hübscher Exkurs..." Ich holte schon wieder Luft, um ihn oder dieses Etwas einzufangen, das meinen Kindheits-Jesus mit Special Effekts bewegen konnte. "Ok, ok, ich bleib dran. Ich komme von Alcyone. Eure Esoteriker liegen nicht ganz falsch, wenn sie uns große Bedeutung beimessen." "Oh, Mann, jetzt auch noch Esoterik. Wir stehen hier in einer stinknormalen evangelischen Kirche. Die sind in dieser Beziehung völlig clean: Bibel, Gott, Jesus, Heiliger Geist und fertig. Und ich bin übrigens genauso durchschnittlich, in den Dreißigern, einen netten Job, eine Wohnung..." "Was ist mit Frauen?" "Wie, was ist mit Frauen?" "Wo ist dein Gegenstück? Ihr tretet doch immer paarweise auf. So steht es in meiner Enzyklopädie." "Dann steht da vielleicht auch drin, dass davor eine Suchphase kommt, in der man nach dem passenden Gegenstück die Landschaft durchkämmt. Sag mal, was soll der Mist? Ich unterhalte mich hier nicht mit einem Kruzifix." "Sieht aber ganz so aus. Können wir gehen? Deine Mutter kommt gleich." "Wir? Wohin willst du denn gehen? Steigst du jetzt vom Kreuz herunter?" "Das gab’s schon mal, Ich halte nichts von Dubletten. Also, bis gleich."

Die Autorin
Regina Bollinger, Mülheim an der Ruhr, geboren im Mai 1959.Verheiratet, geschieden, wieder verheiratet, zwei fast erwachsene Söhne. Leiterin einer Marketing-Abteilung.
Studium der ev. Theologie, abgeschlossenes Vikariat, Sondervikariat beim WDR, Beiträge und Sendungen für den WDR (z.B. in „Ohrzeit“), Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Anthologien (Rowohlt, Luchterhand).
Herausgeberin und Mitautorin von „die Umarmung lösen“ – Grundlagen und Arbeitsmaterialien zur Scheidung in Seelsorge und Gottesdienst (Gütersloher Verlagshaus, 1997). Beiträge in Zeitschriften und Sachbüchern zum Thema Krankenhaus-Marketing. Gesellschafterin einer Internet-Plattform www.ent-scheidung.de zum Thema Trennung und Scheidung.
Anbieterin von spirituellen (Hochzeits-)Zeremonien für Paare außerhalb der Kirche.

Wishbohn Verlag, 2005, 164 S.
12,90 Euro
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